Live-Chat: Fragen zur Unternehmens-Expansion ins Ausland

Expansion ins Ausland im FranchisingAm letzten Freitag ging es im FranchisePORTAL Experten-Chat mit Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner von SYNCON um die Schritte zur Internationalisierung mittels Franchising. In zwei Stunden durfte Sie eine Vielzahl interessanter Fragen zur internationalen Expansion beantworten. Viele der interessanten Fragen drehten sich um die sinnvolle Vorgehensweise sowie Vor- und Nachteiler verschiedener Kooperationsformen.

Bevor ein Unternehmen bzw. Franchise-System ins Ausland expandiert, sollte es sich im Inland bereits bewährt haben und gut funktionieren. Wenn es dann noch über folgendes Rüstzeug in die Internationalität verfügt, könnte dies nach Frau Schernthaner-Leitner der richtige Zeitpunkt für eine Expansion ins Ausland sein.

Rüstzeug in die Internationalität:

  • Interesse an den Menschen, der Kultur, dem Land und deren Geschäftspraktiken
  • Anpassung des eigenen Geschäftsmodells
  • Eine gute Internationalisierungsstrategie

Frau Mag. Silvia Schernthaner-Leitner warnt gleichzeitig davor, trotz Anpassung an die Marktgegebenheiten des Landes, die bestehende Marke nicht zu verwässern. Hierfür ist eine umfrangreiche Schulung der ausländischen Partner besonders wichtig.

Insgesamt sieht sie deutliche Vorteile des Franchising bei der Internationalisierung:

Als Franchise-Geber kann man die Vertriebsaktivitäten steuern sowie kontrollieren und hat entsprechenden Einfluss auf die Distribution, aufgrund der Partnerschaft mit dem nationalen Franchise-Partner ist die Marktnähe zudem garantiert und die Investitionskosten sind überschaubar.

Während die Auswahl der Zielländer sehr häufig eher zufällig geschieht, sollte dabei besser systematisch vorgegangen werden und der Entscheidung eine umfangreiche Marktanalyse vorausgehen.

Eine gezielte Marktforschung beinhaltet Allgemeine Länder- und Zielgruppeninformationen, eine Branchen- und Wettbewerbsanalyse und eine Darstellung der Marktchancen. Aufgrund der vorliegenden Informationen kann man dann die Prioritäten festlegen, d.h. Land und Zeitpunkt wählen. Wichtig ist, dass in der Zentrale ausreichende Kapazitäten vorhanden sind, um diese professionell durchzuführen.

Die wichtigsten Schritte zur Internationalisierung

Entscheidet man sich dann für eine Expansion ins Ausland, dann sind nach Frau Schernthaner-Leitner die folgenden die wichtigsten Schritte zur Internationalisierung:

  • Kritische Durchleuchtung des Franchise-Pakets
  • Veränderung und Neuentwicklung von internen Prozessen
  • Erstellung eines Anforderungsprofils an den Auslandspartner
  • Festlegung der Zielgruppe potentieller Partner
  • Definition der Suchstrategie
  • Entwicklung des Master-Manuals

Risiken und Probleme

Nach den häufigsten Risiken und Problemen gefragt, nennt sie in erster Linie nicht fertige Internationalisierungsstrategien und nicht ausreichende interne Kapazitäten für die Internationalisierung. Auf der Seite des Marktes liegen sie in der nicht ausreichenden Marktbeobachtung und Auswahl der Partner.

Generell ist es fast unmöglich, für alle Länder Muttersprachler in der Systemzentrale sitzen zu haben. Deshalb wird sich in der Regel an Englisch als internationale Sprache gehalten. Zudem sollten für eine Internationalisierung auch alle Unterlagen in englischer Sprache vorliegen.

6 Strategien für die Internationalisierung

Frau Mag. Silviea Schernthaner-Leitner nennt 6 Strategien für die Internationalisierung von Franchise-Systemen:

  1. Joint-Venture
  2. Master-Franchising
  3. Direkt Franchising
  4. Area Development
  5. Multi Units
  6. Nationale Franchise-Zentrale

Diese werden in diesem Vortrag von Syncon näher beschrieben. Über Joint-Venture, Master-Franchising und Direkt Franchising wurde im weiteren Verlauf des Experten-Chats auch diskutiert:

Joint Venture:

Unter einem Joint-Venture versteht sich eine langfristige Kooperation von Unternehmen, bei welcher es zur Gründung einer neuen, rechtlich selbstständigen Geschäftseinheit kommt, an welchem die Gründungsgesellschaften beteiligt sind. Die Vorteile eines Joint-Venture-Partners vor Ort sind nicht nur dessen Marktkenntnisse und Kontakte sondern auch sein unternehmerisches Engagement. Der Einfluss bzw. die Steuerbarkeit durch den Franchise-Geber ist abhängig von dessen Beteiligung. Die Investitionskosten sind geringer als bei der Gründung einer Nationalen Systemzentrale und vor allem agiert man im Land mit Unternehmern, welche die Gegebenheiten des Landes kennen, meist Erfahrung in der jeweiligen Branche haben und bereits über eine entsprechende Infrastruktur und über Ressourcen verfügen oder diese schnell aufbauen können. Ein Joint Venture eignet sich bei strategisch wichtigen und auch großen Ländern, da ein hoher Kapitaleinsatz notwendig ist.

Master-Franchising:

Master-Franchising ist für Unternehmen eine attraktive Alternative zum Aufbau eines eigenen Franchise-Systems im Land. Man hat im Land einen Ansprechpartner, welcher die Lizenz für ein Land oder auch eine Region erwerben kann. Die Aufgabe des Master-Franchise-Nehmers besteht darin, in dem entsprechenden Gebiet ein funktionierendes Franchise-System aufzubauen. Somit übernimmt er gleichzeitig die Rolle des Franchise-Gebers. Die Vorteile für den Franchise-Geber liegen in der geringen Investition und in dem Vorteil mit einem potenten Partner vor Ort zu arbeiten. Die Gefahr des Master-Franchising liegt in der geringen Bindung und Einflussnahme, was durchaus auch zu einer Verselbstständigung des Franchise-Partners führen kann. Ich persönlich arbeite viel in Osteuropa und hier ist Masterfranchising die Form der Multiplikation.

Direkt Franchising:

Direkt Franchising ist dann möglich, wenn die einzelnen Franchise-Nehmer im jeweiligen Land dieselbe Behandlung wie ein Franchise-Nehmer im Inland erhalten können, d.h. dieselbe Sprache und örtliche Nähe sollte gegeben sein, da ein direkter Kontakt mit der Franchise-Zentrale erforderlich ist. Ideal ist Direkt Franchising für kleine Länder mit gleicher Sprache und Kultur sowie geringer Entfernung. Dies ist nur mit einer geringen Zahl von Franchise-Nehmer möglich, da hohe Kapazitäten in der System- zentrale erforderlich sind. Eine Nationale Franchise-Zentrale sollte dann gegründet werden, wenn es sich um große und wichtige Märkte handelt. Merkmale sind ein inländisches Management, welches den Markt und die Gegebenheiten des Landes kennt, 100%ige Beeinflussung und Steuerbarkeit, Marktnähe. Diese Form ist sehr kostenintensive und aufwendig.

Das vollständige Chatprotokoll finden Sie hier.

Bild: © Matthew Weinel | Dreamstime.com

 

 

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