Irrtum Nr. 1: Ein Franchisenehmer ist nicht selbstständig

So lautet ein weit verbreiteter Irrtum in Sachen Franchising, der eine Serie zu den Irrtümern über Franchising im Franchise-Treff einläutet. Wahlweise könnte die Überschrift auch lauten „Als Franchise-Nehmer ist man eigentlich Angestellter“ oder „Als Franchise-Nehmer ist man kein richtiger Unternehmer“. Denn so lauten leider auch heute noch viele Einträge in Chat-Foren, was durchaus ein Spiegelbild der Meinung vieler Menschen ist. Wer solche Ansichten vertritt, hat sich wahrscheinlich noch nie genauer mit Franchising befasst. Das berühmte und gefährliche Halbwissen aus aufgeschnappten Phrasen kann man wohl als Grundlage für solche Äußerungen annehmen.

Nichts desto trotz: Es gibt diese Ansichten und sie zu ignorieren halten wir für falsch. Franchise-Nehmer sind rechtlich selbstständige Unternehmer; das gilt vor dem deutschen Gesetz. Damit wäre Irrtum Nr.1 „Ein Franchisenehmer ist nicht selbstständig“ schon mal widerlegt. Jetzt wird es schwieriger, denn für die Annahme man sei theoretisch ein Angestellter und damit dann doch kein richtiger Unternehmer, gibt es zumindest zwei Argumente: Vorschriften und Kontrolle.

Beides gehört zum Franchising. Die Vorstellung, Regeln und Kontrolle seien negativ und gehören nicht zum Bild des selbstständigen Unternehmers, ist allerdings trügerisch. Gehen wir von einem selbstständigen Unternehmer aus, der sein Unternehmen frei nach seinen Vorstellungen führen kann. Auch er hat „Pflichten“, vor allem die, Gewinn zu machen. Und demnach muss er nach und nach herausfinden welche Regeln der freie Markt bzw. seine Kunden für ihn aufstellen, um möglichst profitabel zu arbeiten. Diese Prozedur nimmt der Franchise-Geber seinen Partnern ab. Er hat in seinen Pilotbetrieben und mit anderen Franchise-Nehmern ja bereits ausgelotet, wie er sich und sein Produkt bzw. seine Dienstleistung am Markt präsentieren muss, um wahr- und angenommen zu werden. Vorschriften sind also keinesfalls willkürlich sondern führen zum wirtschaftlichen Erfolg durch einheitliches Auftreten am Markt.

Und auch ohne Kontrolle kann kein Unternehmen überleben – ob Franchise oder nicht. Im Falle eines ungebundenen Unternehmers muss er sich selbst kontrollieren, d.h. seine Zahlen laufend prüfen und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Selbst das sogenannte Mistery-Shopping (jmd. gibt sich als Kunde aus, überprüft dabei die Leistung des Unternehmens) ist in großen Betrieben, die nicht im Franchising aktiv sind, üblich, um Schwachstellen zu erkennen und sie auszubessern. All dies übernimmt ein Franchise-System für seine Partner. Durch die Offenlegung der Zahlen ist es dem System möglich schnell Probleme zu erkennen und dann entsprechend Unterstützung zu bieten. So profitiert das gesamte System, denn man kann von denen lernen, bei denen es besonders gut läuft.

Die vermeintlich bösen Worte „Vorschriften und Kontrolle“ gehören also in den Alltag jedes Unternehmers. Die Vorstellung, wenn man sich selbstständig macht, kann man tun und lassen was man will, ist schlicht unrealistisch und verklärt. In einem funktionierenden Franchise-System muss nicht jeder Unternehmer einzeln und mühsam aus Fehlern lernen, sondern kann mit Hilfe der Regeln schnell profitabel arbeiten – und zwar selbstständig.

Bild: © Alexey Arkhipov | Dreamstime.com

 

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