Neue Studie: Einmal selbstständig, immer selbstständig?

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Flexibilität in allen Bereichen: Auch in Sachen Selbstständigkeit

Einer neuen Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) zu Folge, ist die Annahme, dass Menschen, die sich einmal selbstständig gemacht haben, dann ihr Leben lang Unternehmer bleiben, nicht (mehr) haltbar. Grundlage der Studie sind sogenannte erwerbsbiografische Auswertungen, die in dieser Form das erste Mal vorgenommen wurden. Mit einigen spannenden Erkenntnissen!

Trend: Häufigerer Wechsel zwischen Jobs

Für die Studie des IfM Bonn wurden Informationen zum Erwerbsverlauf der Jahrgänge 1944 bis 1986 ausgewertet. Festgestellt wurde unter anderem, dass je jünger die Erwerbstätigen desto häufiger wird die Form der Erwerbstätigkeit gewechselt. Ein Trend, den sicher viele im Vergleich des eigenen Arbeitslebens heute mit dem der Eltern oder Großeltern ebenfalls feststellen können.

Viele Selbstständige bleiben dauerhaft Unternehmer

Die Mehrheit in der betrachteten Gruppe blieb dauerhaft selbstständig. Doch die Zahl derer, die mehrfach zwischen Angestelltenverhältnis und Selbstständigkeit wanken, steigt jüngst an. Dabei liegt der Schnitt bei zwei Selbstständigkeiten, abgewechselt mit Tätigkeiten im Angestelltenverhältnis. Laut IfM sind es vor allem Frauen, bei denen dieses Phänomen dokumentiert werden kann.

Unterschiedliche Wege in die Selbstständigkeit

Ganz klassisch – und wie man vielleicht auch erwarten würde – steht in Deutschland unabhängig von Gründungen durch Männer oder Frauen, zunächst die Ausbildung und dann der Start in ein Angestelltenverhältnis vor der Unternehmensgründung. Da hören die Gemeinsamkeiten allerdings auch schon auf. So heißt es in der Studie entsprechend:

„Betrachtet man sowohl die Reihenfolge der verschiedenen Erwerbszustände als auch deren Dauer, dann gleicht keine Erwerbsbiografie der anderen. In diesem Sinne hinterlässt jeder Selbstständige einen eigenen erwerbsbiografischen Fingerabdruck.“

Selbstständigkeit als Lebensphase

Im Titel fragen wir: Einmal selbstständig, immer selbstständig? Den Studienergebnissen zu Folge muss die Antwort „Nein“ heißen. In der Zusammenfassung der Studienergebnisse heißt es, die „Selbstständigkeit ist häufig nur eine vorübergehende Episode“. Je jünger dabei die Unternehmensgründer sind desto häufiger wird die Selbstständigkeit auch wieder aufgegeben.

„Über 80% aller untersuchten Selbstständigen haben die Selbstständigkeit bis zum 44. Lebensjahr aufgenommen – und mehr als 40% der selbstständigen Männer und mehr als die Hälfte der selbstständigen Frauen haben ihre Selbstständigkeit bis zu diesem Alter bereits wieder aufgegeben. Noch mehr sind es, wenn der Zeitraum bis zum 54. Lebensjahr betrachtet wird.“

Maximale Flexibilität – unter diesem Motto scheint unser Leben in nahezu allen Bereichen heute zu stehen. Bei immer häufiger gewechselten Arbeitgebern liegt es auf der Hand, dass auch eine Entscheidung für eine Selbstständigkeit heute nicht mehr heißt, dass man dann bis zum Ende der Erwerbstätigkeit auch selbstständig bleibt.

Und welche Konsequenzen ergeben sich daraus?

Das typisch deutsche Stigma des Scheiterns sollte bei dieser Entwicklung automatisch nach und nach an Gewicht verlieren. Es ist nicht gesagt, dass jede Unternehmensaufgabe auf Insolvenz o.Ä. zurückzuführen ist. Ein Interessenwechsel und/oder geänderte Lebensumstände sind ebenfalls gute Gründe zum Umdenken.

Im Franchising haben die Verträge zwischen Franchise-Gebern und Franchise-Nehmern im Normalfall eine Laufzeit – und somit ein Enddatum. Je nach System kann der Vertrag natürlich beliebig oft verlängert werden, dies ist aber nicht immer der Fall. Betrachtet man also die Studienergebnisse und die Gegebenheiten im Franchising, wird deutlich, dass diese Form der Selbstständigkeit Zukunft hat: Man kann via Franchising in Begleitung eines starken Partners den Schritt in die Selbstständigkeit wagen und weiß auch bereits, wie das Ende der Franchise-Partnerschaft verlaufen kann, wenn es denn gewünscht wird. Und dies bietet wiederum Flexibilität für andere weitreichende persönliche Entscheidungen.

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