Mehr Gründerinnen, aber weniger Gründungen insgesamt

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Existenzgründung als Wagnis: Der Trend zur Selbstständigkeit ist weiterhin rückläufig

Das statistische Bundesamt hat Anfang der Woche eine Pressemitteilung veröffentlicht, die erneut einen traurigen Trend in Deutschland belegt: Im ersten Halbjahr 2014 wurden erneut weniger Unternehmen gegründet. Vor allem die Zahl der Existenzgründungen, die auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung hinweisen, ist um 2,8 Prozent niedriger als im ersten Halbjahr 2013. Die KfW hält mit einer positiven Nachricht aus dem Gründungsgeschehen etwas dagegen: Noch nie haben demnach in Deutschland mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt, als in 2013.

Weniger Gründungen im 1. Halbjahr 2014

Laut dem statistischen Bundesamt wurden im ersten Halbjahr 2014 112.000 sogenannte Kleinunternehmen gegründet, was einem Rückgang von 7,4 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013 entspricht. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen, die auch Übernahmen, Umwandlungen oder Zuzüge inkludieren, ging um 2,5 Prozent auf 378.000 zurück. Zuwachs konnten lediglich die nebenerwerblichen Gründungen verbuchen: Die Zahl dieser Gründungen stieg um 1,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für die Existenzgründungsbranche ist das aber eher ein Signal der wachsenden Angst der Deutschen vor der beruflichen Selbstständigkeit. Lieber testen die Deutschen die eigene Geschäftsidee nebenberuflich, während man noch in einem festen Arbeitsverhältnis steht. Sollte die Idee floppen, kann man sich wieder voll und ganz auf das Angestelltenverhältnis konzentrieren. Bei riskanteren Gründungsideen ist das sicher ein empfehlenswerter Weg, bei anderen kann die mangelnde Zeit und evtl. auch Motivation dazu führen, dass eine Geschäftsidee stirbt, obwohl sie mit mehr Einsatz durchaus erfolg- und gewinnbringend hätte sein können.

Noch nie mehr Gründerinnen als 2013

Während der allgemeine Trend in Sachen Existenzgründung seit Jahren deutlich rückläufig ist, gibt es einen Gegentrend, der begrüßenswert ist: Noch nie haben sich mehr Frauen in Deutschland beruflich selbstständig gemacht als 2013. Laut dem KfW-Gründungsmonitor wurden im vergangenen Jahr 43 Prozent aller Gründungen von Frauen durchgeführt. Bei den Nebenerwerbsgründungen sind es sogar 50 Prozent. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW, hält zu den Ergebnissen fest:

„Nur ein Drittel der männlichen Starter hat mindestens ein Kind, bei den Gründerinnen ist es fast die Hälfte. Häufiger als andere waren sie vor Beginn ihres Projektes nicht erwerbstätig. Die Selbständigkeit, gerade im Nebenerwerb, bietet für viele Frauen offenbar eine Möglichkeit, Familie und Beruf zu vereinbaren.“ Und später im Text: „Frauen verfolgen offensichtlich eine zurückhaltende Wachstumsstrategie. Arbeitszeit und Umsatz sind deutlich geringer. Das mag auch den privaten Bedürfnissen wie der Kinderbetreuung geschuldet sein. Auf die Bestandsfestigkeit ihrer Unternehmen hat dies jedoch keinen Einfluss: Gründerinnen brechen ihre Projekte nicht häufiger ab als Männer und sind im Hinblick auf das langfristige Überleben ihres Vorhabens mindestens genauso erfolgreich.“

Dass sich die Zahl der Gründungen durch Frauen langsam der Zahl der Männer nähert, ist eine positive und wichtige Nachricht. Frauen mit tragenden Geschäftsideen sollten künftig auch gezielt ermuntert werden, größere und wachstumsorientiertere Gründungen in Erwägung zu ziehen. Dies könnte ein Weg von vielen sein, um die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland positiv zu beeinflussen.

 

 

 

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