Warum immer häufiger Frauen gründen, obwohl die Existenzgründerzahlen sinken

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Immer mehr Frauen gründen – trotz Gründungsflaute

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn, kurz IfM genannt, veröffentlicht in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt den Selbstständigen-Monitor. Ausgehend von den Mikrozensusdaten wird nun jährlich ein solcher Selbstständigen-Monitor veröffentlicht; zuletzt im Winter 2015. Beobachtet und ausgewertet wurde der Zeitraum 2011 bis inkl. 2014. Leider wenig überraschend sind die Aussagen, die den allgemeinen Rückgang der Gründerzahlen bestätigen.

Eine Gründer-Gruppe scheint jedoch von dem allgemeinen Gründungsfrust nicht betroffen zu sein: Frauen.

Natürlich muss man festhalten, dass immer noch mehr Männer als Frauen gründen. Leider, denn das Potential ist groß. Und die vielen Kampagnen speziell zum Thema Gründerinnen scheinen hier auch zu helfen, denn die Zahl der Gründerinnen steigt stetig an. Nicht rasant, aber konstant. Laut KfW steht für Frauen oftmals die Gründung im Nebenerwerb im Vordergrund, da sie eine Möglichkeit darstellt die Work-Life-Balance zu halten. Außerdem kann die Selbstständigkeit in Teilzeit auch Sicherheit bieten, nämlich dann, wenn man einen Job im Angestelltenverhältnis gleichzeitig behält. Und Sicherheit ist gerade für Frauen ein besonders wichtiger Aspekt bei einer Gründung.

Nebenerwerb: Gründerinnenzahlen steigen weiterhin

Nach der Studie des IfM ist in dem Zeitraum zwischen 2011 und 2014 die Anzahl der Gründungen im Nebenerwerb durch Frauen stärker gestiegen, als durch Männer. Neben dem verstärkten Sicherheitsbedürfnis bei Frauen spricht auch die Arbeits-Realität eine Rolle. Wer auf Grund der Kinder im Beruf pausieren musste, hat selten Aussicht darauf die Karriere wie zuvor weiterverfolgen zu können. Ja, möglich ist es – aber einfach wird es den wenigsten Frauen (und Männern) nicht gemacht Familie und Arbeit unter einen Hut zu bekommen. Eine Existenzgründung verspricht nicht nur freiere Zeiteinteilung, sondern auch faire und transparente Entlohnung der eigenen Arbeit. Denn traurig, aber wahr: Noch immer ist Deutschland ein rotes Tuch, wenn es um die Gleichbezahlung von Männern und Frauen geht, wie erst kürzlich wieder bestätigt wurde.

Haupterwerb: Rückgang nicht auf Frauen beziehbar

Im IfM Selbstständigen-Monitor heißt es in der eingangs stehenden Zusammenfassung der Studien-Ergebnisse:

„Der beobachtete Rückgang bei den Selbstständigen im Haupterwerb geht allein auf die männlichen Selbstständigen zurück. Die Anzahl der selbstständigen Frauen ist im betrachteten Zeitraum hingegen gestiegen. Entsprechend stieg der Frauenanteil an den Selbstständigen in Vollzeit von 24,3 % auf 25,5 %.“

Kein Anstieg, der den Atem raubt, aber ein Gegentrend zu der allgemein herrschenden Gründungsflaute in Deutschland. Die Konstanz mit der die Zahl der Gründungen durch Frauen seit Jahren unbeeindruckt vom jeweiligen Gründungsgeschehen steigt, ist auch ein Indiz dafür, dass etwas dran ist, an der angeblich so guten Gründungsvorbereitung durch Frauen. Denn wer langfristig geplant und Beratungen in Anspruch genommen hat, der hat es einerseits nicht eilig und muss keinem Trend hinterherhecheln. Und andererseits auch nicht vor einer Gründung zurückschrecken, nur weil es andere aktuell tun.

Was bedeutet das in Sachen Franchising?

Franchise-Systeme haben mit dem Gründungsrückgang zu kämpfen. Schließlich machen Franchise-Gründungen überhaupt nur einen Bruchteil aller Gründungen aus. Der immer schon nicht leichte Weg geeignete Franchise-Nehmer zu gewinnen, ist in den letzten Jahren noch schwieriger geworden. Vielleicht sollten Franchise-Systeme in der Ansprache potentieller Partner auch Frauen als spezielle Zielgruppe wahrnehmen. Eventuell muss man hier eine „andere Sprache“ wählen und anders argumentieren, zum Beispiel mehr mit Nachhaltigkeit als mit schnellem Gewinn. Wir haben das Thema Frauen und Gründung im Hinblick auf Franchising schon einem im FranchisePORTAL behandelt; hier kann man den Beitrag lesen.

 

 

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