Deutsche Systemgastronomie unter der Lupe: Franchise-Systeme an der Spitze

Systemgastronomie weiter im Aufschwung

Wer Franchise hört und sich noch nie genauer mit der Thematik befasst hat, wird aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst an Marken wie McDonald’s, Burger King oder Subway denken. Das zumindest erfahre ich immer wieder in meinem eigenen Bekannten- und Verwandten-Kreis. Das macht deutlich, wie stark die Branche der Systemgastronomie mit der Franchise-Wirtschaft verknüpft ist. Kein Wunder, schließlich nutzt die Systemgastronomie klare Vorgaben und strukturierte Abläufe auf allen Ebenen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Im Franchising gilt das gleiche Prinzip auf partnerschaftlicher Ebene. Ein Dreamteam sozusagen.

Analysten haben die deutsche Systemgastronomie gecheckt

Bei dem Systemgastronomie-Check wurden 39 Marken unter die Lupe genommen, darunter zahlreiche Franchise- bzw. Lizenzsysteme. Natürlich durften McDonald’s, Burger King und Subway nicht fehlen, aber auch Konzepte wie Hans im Glück, dean&david, Enchilada, immergrün, Kochlöffel, MoschMosch oder Wienerwald sind darunter vertreten. Und auch ganz neue systemgastronomische Konzepte wurden genauer betrachtet, zum Beispiel bona’me, das auf seiner Website bereits nach Franchise-Partnern sucht. Zu den Newcomern hält TREUGAST fest:

Moritz Dietl, TREUGAST

„Bezüglich der Newcomer erkennen wir das größte Expansionspotential für das Fast-Casual-Konzept bona´me. Mit bislang drei Standorten in Nordrhein-Westfalen ist die Verbreitung zwar bislang regional beschränkt, jedoch bewerten die Analysten die potentiell breite Zielgruppe des Konzepts als geeignet, um auch eine deutschlandweite Expansion voranzutreiben. Die aktuellen Pläne für die Eröffnung eines weiteren Standorts in Hamburg belegen die Absicht, auch überregional zu wachsen.“

Im Check wurden 26 Kriterien Beachtung geschenkt, die in sieben übergeordneten Punkten zusammengefasst werden können: Marke, Standort, Produkt, Trendgerechtigkeit, Design/Atmosphäre, Menschen und Corporate Partnership.

Franchise-Systeme wichtig für die deutsche Systemgastronomie

Testsieger dieses Rankings ist McDonald’s, gefolgt vom direkten Wettbewerber Burger King. Einen detaillierten Einblick zu einigen ausgewählten Marken und ihr Abschneiden im Ranking, findet man zum Beispiel hier. Auf Nachfrage waren Herr Michael Lidl und Herr Moritz Dietl, beide geschäftsführende Partner der TREUGAST Solutions Group, so freundlich, uns einen genaueren Einblick in das Ranking durch die „Franchise-Brille“ zu gewähren:

Michael Lidl, TREUGAST

„Die großen Franchiseanbieter punkten insbesondere hinsichtlich Markenbekanntheit, Standortqualität, Marktdurchdringung und Know-how. Insgesamt schneidet diese Gruppe überdurchschnittlich gut im Vergleich zu den restlichen Gesellschaften ab.

Im Bereich der mittleren und kleinen Franchiseanbieter ist aufgrund der Heterogenität keine allgemeingültige Aussage zu den Bewertungen möglich. Einige Gesellschaften fokussieren sich auf eine eindeutige Konzeption und ein starkes Profil, sodass hinsichtlich Trendgerechtigkeit, Innovation und Angebotskonzept gepunktet werden kann, andere konzentrieren sich auf eine schnelle Expansion und die Multiplizierbarkeit des Konzeptes. Im Ergebnis liegt diese Gruppe ungefähr im Durchschnitt der Gesamtbewertung.“

Franchising als Expansions-Beschleuniger in der Systemgastronomie?

In Sachen Expansion fällen die beiden Experten ein deutliches Urteil PRO Franchising, wenngleich bereits etablierte Konzepte, die bislang ohne Franchise-Konzept erfolgreich waren, es ihrer Meinung nach auch weiterhin sein werden:

„Die Konzepte ohne Franchiseangebot verlieren Boden bei der quantitativen Entwicklung und Expansion. Hier fehlt es zum Teil an einem umfangreichen Netzwerk von Partnern und Multi-Unit-Franchisenehmern. Nichtsdestotrotz zeigen auch hier etablierte Gesellschaften, dass ein Wachstum und eine Marktpräsenz auch ohne Franchiseangebot möglich sind.“

Das Thema der Multiplizierbarkeit sei jedoch gerade für neue und junge Unternehmen in der Systemgastronomie ein wichtiger Faktor für eine zügige Expansion. Ein gut ausgearbeitetes Franchise-Konzept kann hier helfen:

„Speziell für neue / kleine Konzepte wird es zukünftig schwieriger sich am Markt durchzusetzen, wenn diese nicht schnell multiplizierbar sind. Der Markteintritt mit einem franchisefähigen Konzept ist deutlich einfacher (s. Hans im Glück, dean&david).“

Quelle Foto: © Studio Romantic – Fotolia.com

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