Franchise: Auf diese Punkte sollte man achten

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Darauf sollte man bei Franchise achten

Heute ist in der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ eine Beilage mit Franchise-Schwerpunkt erschienen, in der auch Steffen Kessler als Franchise-Experte einen Beitrag veröffentlicht hat. In Kürze ist unser Beitrag auch hier zu finden.

Wer sich selbstständig machen möchte, hat oft eine konkrete Geschäftsidee im Kopf. Doch zum einen muss sich diese Idee nicht unbedingt als marktreif oder -fähig erweisen, sobald die Planung konkreter wird. Zum anderen gibt es auch viele Gründungswillige, denen klar ist, dass ihnen die zündende Geschäftsidee noch fehlt. In beiden Fällen kann Franchising in Betracht gezogen werden. Hier kann man erprobte Geschäftskonzepte gegen Gebühr für die eigene Selbstständigkeit nutzen. Doch man sollte auf einige Punkte achten, die wir hier für Sie zusammengefasst hat.

Franchise- und Lizenzsysteme gibt es viele. Und viele haben auch überzeugende Geschäftsideen und funktionierende Konzepte entwickelt, um am Markt erfolgreich zu sein. Davon können Existenzgründer natürlich profitieren, wenn sie sich einem Franchise-System anschließen. Doch nicht alle Franchise-Systeme müssen zu jedem Existenzgründer passen. Und leider gibt es auch schwarze Schafe, die sich eigentlich gar nicht Franchise-System nennen dürften.

Das passende Franchise-System finden

…ist gar nicht so einfach, denn schließlich gibt es eine Menge Franchise- und Lizenzkonzepte. Es sind vor allem Franchise-Marken aus der Gastronomie und dem Handel, die sehr bekannt sind. Hierzu zählen zahlreiche Coffeeshop-Konzepte, die Systemgastronomie und viele Textil-Marken. Der Bekanntheitsgrad liegt an der weiten Verbreitung und dem täglichen Bedürfnis nach den angebotenen Gütern. Doch es gibt kaum eine Branche, die nicht auch Franchise-Systeme hervorgebracht hat. Manchmal findet man gerade in den Nischen einer Branche besonders starke und etablierte Franchise-Systeme. Ob Immobilien, Unternehmensberatung, Seniorenpflege oder Handwerk – die Möglichkeiten für Franchise-Interessenten sind zahlreich.

Ein wichtiger Punkt wird gerne übersehen: Nicht nur Interessenten müssen ein System finden, dass gut zu ihnen passt. Der Prozess findet andersherum ebenso statt, wenn es sich um seriöses Franchising handelt. Schließlich haben diese Franchise-Systeme ein genaues Bild von ihrem idealen Franchise-Partner. Sie haben mit anderen Partnern bereits feststellen können, welche Charaktereigenschaften und beruflichen Vorkenntnisse wichtig sind, um mit ihrem System Erfolg haben zu können.

Seriöse Franchise-Systeme erkennen

Seriöse Franchise-Systeme bieten eine überzeugende Geschäftsidee, die andere begeistert und in ihrer Art einmalig ist. Für Franchise-Interessenten ist von besonderer Wichtigkeit, dass das Konzept erprobt ist. Nur so ergibt sich die oft zitierte Sicherheit, die eine Gründung im Franchising den Franchise-Nehmern bieten soll. Durch mehrere eigene Betriebe und Franchise-Nehmer an verschiedenen Standorten hat ein Franchise-System idealerweise bereits bewiesen, dass es funktioniert. Ein Rest-Risiko bleibt jedoch natürlich immer, schließlich macht man sich selbstständig. Umso wichtiger ist die eingehende Prüfung eines Franchise-Systems vor Vertragsunterzeichnung.

Eine Selbstverständlichkeit für seriöses Franchising ist eine eingetragene bzw. geschützte Marke, ein Franchise-Handbuch sowie ein Franchise-Vertrag. Vertrag und Handbuch sollten fertig ausgearbeitet sein, bevor der erste Franchise-Nehmer akquiriert wird. Franchise-Interessenten sollten danach fragen. Seriöse Franchise-Systeme begrüßen (auch kritische) Fragen eher, als dass sie davon abgeschreckt würden. Schließlich wollen sie autarke Franchise-Partner finden, die ihr Geschäftskonzept erfolgreich umsetzen. So sollte man auch frühzeitig erfragen, welche Gebühren zu welchem Zeitpunkt anfallen und welche Leistungen man hierfür erhält. Denn meistens sind diese (entgegen ihrem Ruf) durch Schulungen, Back-Office-Leistungen, Einkaufskonditionen oder Marketing-Aktionen absolut gerechtfertigt.

Eine gute Idee ist auch das Befragen bestehender Franchise-Partner eines Systems. Viele Systeme geben nach dem ersten, positiven Kontakt eine Liste ihrer Franchise-Partner raus, die Interessenten kontaktieren können, um diese nach ihren persönlichen Erfahrungen zu befragen. Wem das nicht reicht bzw. befürchtet, die Liste könne zensiert sein (also nur die Partner aufführen, die auch Erfolg mit dem Konzept haben), kann sich auch ganz einfach selbst auf die Suche nach Franchise-Betrieben machen. Auch die jeweiligen nationalen Franchise-Verbände können hilfreich sein. Zwar muss nicht jedes seriöse Franchise-System auch Verbandsmitglied sein und nicht jedes Verbandsmitglied ist vor Fehlern gefeit. Die Verbandsmitgliedschaft gibt jedoch einen guten Hinweis in Sachen Ernsthaftigkeit und seriöse Absichten eines Franchise-Systems. Zudem kann man die Verbände als Interessent auch kontaktieren und sich nach einem bestimmten System und evtl. Auffälligkeiten erkundigen.

Hier ist Vorsicht geboten

Es gibt einige Anzeichen, bei denen die Alarmglocken schrillen sollten. Drängt ein potentieller Geschäftspartner beispielsweise stark auf einen Vertragsabschluss, ist Vorsicht geboten – im Franchising wie auch in jedem anderen Bereich. Ebenso bei Vorauszahlungen und einem ausschließlichen Interesse an der finanziellen Lage. Diese ist natürlich für eine Unternehmensgründung besonders relevant, doch gerade im Franchising spielen auch soft skills eine entscheidende Rolle. Eine bestimmte Summe Eigenkapital sollte vorhanden sein, dann aber keine übergeordnete Rolle mehr beim Kennenlernen von Franchise-Geber und Franchise-Interessenten spielen.

Zu beachten ist aber auf jeden Fall, dass nicht jedes Franchise-System in der Größenordnung bekannter Fast Food-Riesen spielt. Auch kleine und/oder junge Franchise-Systeme können seriöse Geschäftspartner sein. Man sollte die Vor- und Nachteile vergleichen und sich dann individuell für das passende Franchise-Konzept entscheiden.

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