Betrüger und schwarze Schafe im Franchising erkennen

Franchising ist an sich eine seriöse und erfolgreiche Vertriebsform, die international Anklang findet. Besonders für Existenzgründer, die ein möglichst geringes Risiko bei einer beruflichen Selbstständigkeit eingehen wollen, eignet sich eine Gründung mit einem starken Partner im Rücken. Leider gibt es bei jedem Erfolgskonzept auch Nachahmer, die das System für Negatives und kriminelle Machenschaften nutzen möchten. Diese schwarzen Schafe gilt es zu erkennen, bevor man sich mit Geld und Unterschrift zu etwas verpflichtet, was sich später als Abzocke erweist.

Natürlich leidet der Ruf des Franchising unter solchen Betrügern. Insbesondere da viele Menschen nicht genau wissen wie Franchising eigentlich funktioniert. Grob lässt sich festhalten, dass ein Franchise-Nehmer Rechte vom Franchise-Geber gegen Gebühr erhält. Dazu gehört das Nutzungsrecht der Marke. Der Franchise-Nehmer profitiert von Marketing, Schulungen, dem Know-how und der geschäftlichen Erfahrung des Franchise-Gebers. Dafür muss sich der Franchise-Nehmer an Regeln und Auflagen durch den Franchise-Geber halten. In diesem Rahmen ist Franchising eine seriöse und für den Existenzgründer erfolgversprechende Sache.

Im Folgenden führe ich Punkte auf, die darauf schließen lassen, dass es sich nicht um ein seriöses Franchise-System oder überhaupt kein Franchise-System handeln könnte:

  • Wenig Interesse an den Qualifikationen des potentiellen Franchise-Nehmers, dafür fast ausschließlich an der finanziellen Situation
  • Drängen auf schnellen Vertragsabschluss und Zahlen der Eintrittsgebühr
  • Betreuung, Marketing und Ausbildung sind nicht ausreichend im Franchise-Vertrag dokumentiert
  • Ein Besuch der System-Zentrale und Kontaktaufnahme zu anderen Franchise-Nehmern wird verwehrt
  • Angeblich gar kein Risiko, dafür garantierte, hohe Gewinne
  • Unseriös wirkende Kleinanzeigen z.T. unter Chiffrenummer
  • Angebliche DFV-Mitgliedschaft ohne auf der Homepage auffindbar zu sein
  • Massenveranstaltungen zur ersten Kontaktaufnahme, die auch noch kostenpflichtig sind
  • Kein klares Geschäftskonzept
  • Fehlende Erfolgsnachweise

Weniger als K.O.-Kriterien aber trotzdem als Manko können die folgenden Punkte gelten. Hier heißt es abwägen:

  • Es handelt sich um ein junges System mit wenigen oder noch gar keinen Franchise-Nehmern. Es fehlt die Markenbekanntheit und die Erfahrung des Franchise-Gebers.
  • Das System ist nicht Mitglied in einem der deutschen Franchise-Verbände.
  • Der Franchise-Vertrag schränkt den Franchise-Nehmer sehr stark ein (mehr als üblich).
  • Es gibt keine Pläne des Franchise-Gebers zur Weiterentwicklung seines Konzepts.

Nicht vorschnell urteilen: Sollten nur ein bis zwei der aufgeführten Punkte auf ein Franchise-System zutreffen, sollte man genauer hingucken. Mancher Fehler passiert jungen Unternehmen aus Naivität oder Unachtsamkeit ohne Böses im Schilde zu führen. Junge Franchise-Systeme bieten nicht die Sicherheit wie ein großes und etabliertes System. Dafür stehen einem hier meist andere Möglichkeiten zur Verfügung: Die Gebühren sind gering und oft ist von den ersten Franchise-Nehmern eine Mitarbeit am Konzept erwünscht. Wem also das herkömmliche Franchising zu einschränkend erscheint, der ist vielleicht bei einem jungen System, an dem er selbst noch mitarbeiten kann, besser aufgehoben.

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