Mit Journalisten kann man locker und unverkrampft reden

Heidrun Wulf-FrickHeidrun Wulf-Frick hält seit Jahren Presse-Workshops bei gruendungszuschuss.de. Sie arbeitet als freie Journalistin in Freiburg und verfügt über mehr als 20 Jahre Berufserfahrung – davon zwölf Jahre als Leitende Redakteurin für Tageszeitungen und Fachmedien in Stuttgart. Ihre Schwerpunktthemen sind Reportagen und Portraits aus Wirtschaft, Gesellschaft, Karriere, Literatur. Wir sprachen mit ihr darüber, wie Gründer/innen ihre ersten Schritte in Sachen „Pressearbeit“ gestalten können.

Frage: Mit welchen Erwartungen kommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu Ihnen in den Workshop?

Heidrun Wulf-Frick: Das ist ganz unterschiedlich. Manche sind einfach nur gespannt, weil sie sich nicht vorstellen können, was sich hinter dem Begriff Pressearbeit versteckt. Viele haben aber klare Vorstellungen, weil sie zum Beispiel schon Erfahrungen mit den Medien haben. Die wollen dann zum Beispiel wissen, wie sie ihren Presseverteiler optimieren können oder wie sie die Rechte von Fotos klären. Aber alle wollen natürlich erfahren, wie sie in die Medien kommen. Fast alle Teilnehmer fragen, wie man Journalisten überhaupt kennenlernt. Medienleute scheinen den Ruf zu genießen, nicht von dieser Welt oder völlig unerreichbar zu sein.

Frage: Wie lernt man denn Journalisten kennen?

Heidrun Wulf-Frick: Das ist eigentlich gar nicht so schwer, gerade für Existenzgründerinnen und –gründer. Wer sich viel auf Veranstaltungen tummelt und die Augen offen hält, wird bald bemerken, dass dort auch Journalisten unterwegs sind. Die kann man einfach ansprechen – und schon ist man in Kontakt. Gute Netzwerker haben immer eine Visitenkarte oder einen Flyer dabei. Mit Journalisten kann man in der Regel locker und unverkrampft reden. Die sind ja neugierig, immer auf der Suche nach einer Story und wenn ich was Interessantes zu erzählen habe, hören die auch zu.

Frage: Was mache ich, wenn ich diesen Zugang nicht habe?

Heidrun Wulf-Frick: Dann empfehle ich unter anderem, die örtliche Zeitung oder die Lieblingsfachzeitschrift aufmerksam zu lesen. Dabei ist es wichtig, sich zu merken, welche Artikel von wem geschrieben werden. Darauf achten die meisten Leser gar nicht. Gefällt einem der Stil einer Autorin oder eines Autor besonders gut, kann man ihn anrufen und fragen, ob er oder sie nicht mal über das eigene Thema berichten möchte. Das gilt auch fürs Radio oder Fernsehen.

Frage: Wimmeln die einen nicht ab? Journalisten schreiben doch nicht gleich einen Artikel, bloß weil ein unbekannter Anrufer ihnen ein Thema verkaufen will?

Heidrun Wulf-Frick: Nein, natürlich wird nicht gleich berichtet. Auch hier macht natürlich wie überall im Leben der Ton die Musik. Man sollte nicht mit völlig überzogenen Vorstellungen oder gar Forderungen auf die Medien zugehen. Aber wenn ein Journalist bei einem Thema angebissen hat, geht er wiederum auf seine Redaktion zu und „verkauft“ es bei der nächsten Redaktionskonferenz als Geschichte. Dann wird er recherchieren und Interviews führen.

Frage: Von welchen Problemen berichten die Workshopteilnehmer?

Heidrun Wulf-Frick: Sehr oft gibt es Diskussionen mit Zeitungen oder Zeitschriften, die einen Artikel an den Verkauf einer Anzeige koppeln möchten. Wie man mit solchen Forderungen am besten umgeht, diskutieren wir fast in jedem Kurs. Die redaktionelle Berichterstattung sollte ja eigentlich unabhängig vom Anzeigenverkauf stattfinden. Die Wirklichkeit spricht inzwischen leider oft eine andere Sprache. Trotzdem hat man nach wie vor eine Chance, bei seriösen Medien mit einem interessanten Thema auch ohne Anzeige aufzutauchen. Aber es gibt auch ganz andere Schwierigkeiten.

Ein besonders schwieriger Fall war der einer Teilnehmerin, die als Pressereferentin für eine wissenschaftliche Firma arbeitet. Sie ist für Marketing und Presse zuständig. Die Produkte sind aber so kompliziert und teilweise auch geheim, dass sie der Allgemeinheit kaum zu vermitteln sind. Ihre Chefs – alle Wissenschaftler – erwarten jedoch von ihr, dass die örtliche Tageszeitung fünfmal im Jahr über die Firma berichtet. In diesem Fall haben wir eine ganze Weile gebrainstormt und es kamen viele Tipps auch von den anderen Teilnehmern. Zum Beispiel, dass die Firma die Patenschaft für ein Tier im Zoo übernehmen sollte, was thematisch sehr gut passte. Zeitungen lieben solche Themen, vor allem in der Saure-Gurken-Zeit. Das wird die Teilneherin nun wiederum bei ihrer zeitlichen Planung berücksichtigen.

Diese Gespräche über die richtigen Stories sind mir besonders wichtig, denn jeder Teilnehmer soll nach dem Seminar mehrere Themenideen im Gepäck haben, die eine echte Chance auf Veröffentlichung haben.

Heidrun Wulf-Frick hält das Seminar „Effektive Pressearbeit für Gründer und Selbständige“ in Freiburg und Stuttgart. Erfahrene Journalisten/innen bieten den Presse-Workshop in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Köln und Stuttgart an. Weitere Infos und Anmeldung unter

www.gruendungszuschuss.de/presse_ws.

 

 

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