Gründungsgeschehen aktuell: Migranten spielen wichtige Rolle

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KfW: Migranten sind gründungsfreudiger

Gerade hat die KfW-Bankengruppe eine Pressemitteilung veröffentlicht, die verdeutlicht, welch wichtigen Beitrag Migranten in unserem Land für das Gründungsgeschehen spielen. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist bei der aktuellen Debatte in der Flüchtlingspolitik bestimmt nicht zufällig gewählt – wird so doch veranschaulicht, welche Chancen Zuwanderung beinhalten. Nicht zuletzt mit Blick auf den neuen Selbstständigen-Monitor des IfM Bonn und des Statistischen Bundeamtes sollte das Gründungspotential von Migranten stärker in den Fokus rücken – auch im Franchising.

KfW: Überdurchschnittliche Gründungsneigung bei Migranten

Die KfW Bankengruppe hatte schon vor einiger Zeit auf das Verhalten von Migranten in Sachen Existenzgründung hingewiesen; wir haben dies damals auch hier im Franchise-Treff aufgegriffen. Die Gründerquote bei Migranten liegt nach Aussagen der KfW Bankengruppe um etwa ein Zehntel höher als die allgemeine Gründerquote. In konkreten Zahlen bedeutet dies: In 2014 haben 179.000 Migranten ein Unternehmen gegründet.

Die Gründe für eine Existenzgründung sind bei Migranten leider häufig mit einem Mangel an Jobmöglichkeiten zu begründen. Sie haben auf dem Arbeitsmarkt offensichtlich schlechtere Karten. Dr. Jörg Zeuner, Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, kommentiert dies:

„Migranten gehen ihre Gründungsprojekte offensiver an, selbst wenn die Gründung eine Entscheidung aufgrund fehlender Erwerbsalternativen war. Mit ihrer größeren Gründungsneigung und höherem Beschäftigungseffekt leisten Migranten somit einen wichtigen Beitrag zum Gründungsgeschehen in Deutschland.“

Vor allem bei Akademikern lässt sich ein deutlicher Vorsprung in Sachen Unternehmertum bei Migranten festhalten:

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Hohe Abbruchrate – Franchise als Lösung?

Ja, Migranten sind gründungsfreudig. So viel steht fest. Leider aber auch, dass sie nicht unbedingt lange selbstständig bleiben. Nach den ersten drei Jahren einer Existenzgründung bestehen im Schnitt noch 70 Prozent der Unternehmen. Die von Migranten gegründeten Unternehmen nur noch zu 60 Prozent. Die KfW begründet diesen Unterschied zum einen mit dem durchschnittlich jüngeren Alter, in dem Migranten eine Selbstständigkeit wagen. Außerdem seien der Start aus der Arbeitslosigkeit und die starke Ansiedlung der gegründeten Unternehmen im umkämpften Handel Punkte, die zur Geschäftsaufgabe beitragen. Alle drei Gründe zeigen, dass nicht generell die Herkunft, sondern mangelndes Hintergrundwissen in Sachen Unternehmertum in Deutschland die häufigste Ursache für die frühen Geschäftsaufgaben ist.

Nicht nur die Franchise-Wirtschaft im Speziellen hat mit einem Rückgang an Gründungs-Interessierten zu kämpfen, sondern auch die deutsche Wirtschaft im Allgemeinen, wie gerade der Selbstständigen-Monitor des IfM Bonn und des Statistischen Bundesamtes belegt hat. Ein anhaltendes Phänomen, auf das wir schon mehrfach hingewiesen haben. Für die Franchise-Systeme bedeutet das einen noch höheren Aufwand bei der Suche nach geeigneten Franchise-Partnern. Hier sind Ideen gefragt. Die höhere Gründungsfreude bei Migranten könnte mit der Unterstützung eines Franchise-Systems und des entsprechenden Know-hows zum Erfolg führen: Sowohl für Migranten, die sich so leichter fest auf dem Markt etablieren können, als auch für die Franchise-Systeme, die hoch motivierte Partner finden.

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