Franchise in der Gastronomie: risikoarmes Geschäftsmodell mit Zukunft?

 

Wer sich heute selbstständig machen möchte, hat einen beschwerlichen Weg vor sich, weil er zuvor noch diverse bürokratische, organisatorische und finanzielle Hürden überwinden muss. Hat er es dann endlich geschafft, spürt er bald die Macht des unternehmerischen Risikos. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bietet evtl. ein Franchise im Bereich Gastronomie, wobei der Bereich Lieferservice derzeit besonders boomt.

 

Franchising: Selbstständigkeit unter dem Schutz einer bekannten Marke

Menschen, die gerne essen und kochen, machen diese Leidenschaft oft zu ihrem Beruf. Sie gründen ein Restaurant, Café oder eine Sushi-Bar. Auch der Currywurst-Truck und der viel besuchte Döner-Laden an der Ecke werden von Kleinunternehmern geführt. Die meisten dieser gastronomischen Betriebe haben jedoch eine mühsame und zeitaufwändige Geschäftsgründung hinter sich. Ihre Inhaber mussten nicht nur einen geeigneten Standort für ihr neues Business finden, sondern auch noch ein tragfähiges Unternehmenskonzept vorlegen, um den benötigten Bankkredit zu erhalten. Hinzu kamen noch zahlreiche behördliche Genehmigungen, die Voraussetzung für eine Existenzgründung sind.

Funktionierte das Geschäft dann nicht so wie erwartet, bedeutete das für viele der jungen Start-ups das Aus. Ein solches Schicksal erleiden laut einer Studie der KfW-Bank circa 50 Prozent aller Unternehmen innerhalb von fünf Jahren nach der Gründung. Nicht wenige Start-ups im Bereich der Systemgastronomie haben bereits in der Anfangszeit organisatorische Probleme oder zu wenige zahlende Gäste, um dauerhaft am Markt bestehen zu können. Auch der Konkurrenzdruck macht vielen von ihnen zu schaffen: vor allem in den deutschen Großstädten gibt es in nahezu jeder Straße mindestens einen Gastronomie-Betrieb.

Fast alle diese kräftezehrenden Risiken kann man sich ersparen, wenn man ein neues Business mit einem Franchise-System eröffnen: Der Franchise-Geber ist ein meist überregional bekannter, umsatzstarker Anbieter, dessen Geschäftsidee man einfach in einem neuen Store oder Lieferservice umsetzen kann. Dieses aus den USA stammende Vertriebskonzept bietet vor allem Menschen, die noch keine Erfahrung mit der beruflichen Selbstständigkeit haben, aber gerne ein eigenes Business haben möchten, viele Vorteile. Franchise Gastronomie-Betriebe sind mit einem prozentualen Anteil von etwa 20 Prozent das hierzulande beliebteste Franchise-Modell. In dieser Form geführt werden Restaurants, Fast-Food-Restaurants, spezialisierte Feinkostläden, Coffeeshops, Eiscafés, Food-Trucks und Lieferdienste.

Das Franchise-Modell für die Gastronomie ist so erfolgreich, weil es ein krisensicheres Business ist: Da der menschliche Körper nun einmal Essen und Trinken benötigt, muss die Nahrungsmittelindustrie sogar bei schwacher Konjunktur kaum Umsatzverluste befürchten. Spitzenreiter in diesem Bereich sind natürlich die Fast-Food-Ketten, die Burger, Pizza und Pasta anbieten. Immer mehr Anhänger finden auch Franchise-Unternehmen, die frische Produkte aus der Region offerieren. Sogar die einst milde belächelte vegane Küche hält mittlerweile in Franchise-Unternehmen der Gastronomie Einzug. Anhaltender Beliebtheit erfreuen sich kulinarische Spezialitäten aus anderen Ländern. Auch die Liebhaber frischer Brötchen am Morgen und leckerer Kuchen und Torten kommen bei dieser risikoarmen Geschäftsform auf ihre Kosten. Vor allem der als Franchise geführte Lieferservice verzeichnet Zuwachsraten.

 

Vorteile des Franchise in der Gastronomie

Scheust du das hohe unternehmerische Risiko, das mit einer Existenzgründung und dem Bestehen am Markt verbunden ist, bietet dir ein Franchise Gastronomie-Unternehmen eine passable Alternative. Weißt du bereits, welche kulinarischen Produkte du anbieten möchtest, dann nimm einfach Kontakt zu dem jeweiligen Franchise-Geber auf. Du verkaufst dann seine Produkte und profitierst vom Bekanntheitsgrad der Marke. Die mühsame, zeit- und kostenaufwändige Neukundengewinnung entfällt. Da die Franchise-Unternehmen regional und oft sogar landesweit sehr bekannt und bereits länger am Markt etabliert sind, findet die Kundschaft dich quasi von allein. Darüber hinaus verfügt dein neuer starker Partner über das nötige geschäftliche Know-how und umfassende Branchenkenntnisse. Nachdem du einen geeigneten Standort für deinen Franchise-Betrieb im Bereich Gastronomie gefunden hast (auch dabei hilft dir dein neuer Partner!), schließt du mit ihm einen Franchise-Vertrag ab und erfüllst die damit verbundenen finanziellen Voraussetzungen.

Der Franchise-Geber übernimmt idealerweise in Zukunft die Vermarktung der von dir verkauften gastronomischen Erzeugnisse, sodass du dich auch darum nicht kümmern musst. Man erhält von ihm Beratung und Beistand in finanziellen (Beschaffung von Krediten) und fachlichen Angelegenheiten. Außerdem wird man betriebswirtschaftlich so geschult, dass man danach weitgehend allein geschäftlich agieren kann. Das System-Handbuch enthält alles Erforderliche, was man über das Unternehmenskonzept wissen muss. Außerdem erhält man oft auch die Garantie, dass man in seinem Gebiet der einzige Franchiser ist (Gebietsschutz). Als Gegenleistung bringt man das mit, was kleine Betriebe so erfolgreich macht: Motivation, Flexibilität und Kundennähe.

Falls dir die zur Existenzgründung benötigten Mittel fehlen, hast du mit dem durchdachten und langjährig bewährten Geschäftskonzept und den mitgelieferten Vergleichszahlen bei Kreditgebern eine deutlich stärkere Verhandlungsposition als normale Start-ups. Ein weiteres Argument, das für das Franchise in der Gastronomie spricht, ist, dass man selbst auf teure Werbung verzichten kann: man erhält das Firmen-Logo, Werbematerialien und die Firmen-Webseite gleich mitgeliefert.

 

Franchise als Lieferservice

Beim Franchise Lieferservice dominieren hierzulande die Pizza-Delivery-Systeme. Das Backen und Verkaufen leckerer Pizza ist das Kerngeschäft des Franchise Lieferservice. Dieses wird allerdings bei allen Lieferservice Anbietern noch um weitere leckere Speisen ergänzt. Das Angebot der etwa ein Dutzend Pizza Lieferdienste unterschiedet sich jedoch erheblich voneinander: Manche Pizza Lieferservice Unternehmen bieten außer Pizza noch Pasta an. Andere haben eine umfangreiche Produktpalette, die sogar noch Burger und Fingerfood umfasst.

Die Mehrzahl der als Franchise Unternehmen geführten Pizza Lieferservices bringen die frisch zubereiteten Gerichte jedoch nicht nur an die Haustür: Die über den Lieferservice erzielten Umsätze werden durch das Mitnahme-Geschäft und den Vor-Ort-Verzehr im Pizza Store ergänzt. Falls du planst, dich mit einem Pizza Franchise Lieferdienst selbstständig zu machen, ist es ratsam, zuvor genau zu prüfen, ob das Speisen-Angebot deines neuen Geschäftspartners und die Store-Größe zu dem gewünschten Standort passt. Beim Pizza Lieferservice stehen dir auch Delivery-Systeme mit hohem Bekanntheitsgrad wie Domino’s Pizza Germany, regional vertretene beliebte Anbieter und solche, deren Angebot vom Marktüblichen abweicht, zur Wahl.

 

Beispiele für erfolgreiche Franchise Lieferservice Unternehmen

Das Hamburger Franchise Gastronomie-Unternehmen Joey’s Pizza bot seinen Franchisern verschiedene Business-Modelle an: Pizza-Bar mit Lieferservice oder Lieferdienst. Joey’s Pizza hatte seinerzeit in Deutschland mehr als 130 Franchise-Nehmer und wenigstens 200 Lieferservice Standorte. Seit Anfang 2018 gehören Joey’s Pizza und auch das Hallo Pizza Franchise zu Domino’s Pizza Deutschland. Das mehrmals als bester Lieferservice ausgezeichnete Hallo Pizza Franchise war deutschlandweit mit zirka 170 Stützpunkten vertreten. Das Franchise Gastronomie-Unternehmen bot außer einer großen Pizza-Vielfalt noch saisonale Pizza-Varianten und sogar vegane Pizza an. Zahlreiche weitere Pizza Lieferservice Franchisesysteme stehen Gründern zur Wahl.

Möchten Sie sich mit dem Lieferservice Ihr Brötchenbursche eine Selbstständigkeit aufbauen, benötigen Sie 2.000 bis 5.000 Euro als Eigenkapital. Die Lizenzgebühr liegt anfangs bei 15 % vom Umsatz und mindestens 99 Euro monatlich, reduziert sich aber mit steigenden Umsätzen. Eine Eintrittsgebühr fällt nicht an. Der Lieferservice Ihr Brötchenbursche bringt den Kunden jeden Morgen und sogar am Wochenende frische Frühstücksbrötchen direkt an die Haustür. Die Kunden sind meist Menschen, die nicht mehr selbst zum Bäcker gehen können oder morgens länger schlafen wollen. Aber auch Firmen, Hotels und Altenheime werden von Ihr Brötchenbursche versorgt. Der seit 2002 existierende Lieferservice lässt sich sogar nebenberuflich und von zu Hause aus (Home Office) betreiben.

Der Lieferdienst Yoko Sushi bringt außer den beliebten Sushi-Varianten noch Salate, Suppen und vegetarische Gerichte zum Kunden. Mit einer Eintrittsgebühr von 10.000 Euro und 30.000 Euro Eigenkapital können Sie bei Yoko Sushi als Franchise Gastronomie Nehmer einsteigen. Die Lizenzgebühr beträgt 5 %. Alle japanischen Spezialitäten lassen sich auch vor Ort im Yoko Sushi Restaurant verzehren. Der erfolgreiche Franchise Anbieter in der Kategeorie Gastronomie hat derzeit 20 Standorte.

Burgerme Franchise heißt der deutschlandweit größte Burger Bring-Dienst. Möchten Sie sich mit dem Burgerme Franchise selbstständig machen, zahlen Sie 27.500 Euro als Eintrittsgebühr und müssen ein Eigenkapital von 25.000 Euro haben. Die Lizenzgebühr beträgt 6 Prozent vom Umsatz. Der Lieferservice verfügt über rund 40 Standorte, die sich dank des flexiblen Geschäftskonzepts stark voneinander unterscheiden. Der hungrige Kunde bestellt seinen Burger von zu Hause aus oder im Store, holt ihn persönlich ab oder lässt ihn sich liefern. Zum Sortiment des Burgerme Franchise gehören außer klassischen Burgern und Spezial-Burgern noch vegetarische Burger, Salate und Fingerfood.

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