Social-Banking-Plattformen und Privatkredite

Die weltweite Wirtschaftskrise hat schon lange seine Sündenböcke gefunden: Banken, die mit hochspekulativen Geschäften einst Milliarden verdient haben, treffen heute auf Misstrauen in der Bevölkerung. Besonders private Kleinanleger sind verunsichert und lassen sich immer öfter auf neue Möglichkeiten ein, ihr Geld für sich arbeiten zu lassen.

Innovative Köpfe haben die Krise genutzt und neue Wege gefunden sowohl Kreditsuchenden zu helfen, als auch Bank-skeptischen Geldanlegern neue Optionen zu bieten. Eine, der derzeit durch die Medien bekanntesten Social-Banking-Plattformen, ist smava.de.

Peer-to-Peer-Kredite

Der soziale Aspekt der Kreditvergabe rückt mit den Peer-to-Peer-Krediten wieder in den Vordergrund. Hier wird von Privatperson zu Privatperson Geld zu bestimmten Konditionen verliehen. Im Internetzeitalter ist das nun nicht mehr nur unterVerwandten und Bekannten möglich, sondern eigens für diesen Zweck geschaffene Plattformen machen das Verfahren einer breiten Masse zugänglich: Die sogenannten Social-Banking-Plattformen.

Besonders für Kleinkredite sieht es schon seit längerer Zeit schlecht aus, wenn man sich an die großen Banken wendet. Welche Geschichte hinter dem Kreditantrag steht, interessiert hier niemanden. Etwas anders ist das bei Plattformen wie smava: Natürlich geht es auch hier um Gewinne; die Anleger verfolgen in erster Linie das Ziel von guten Zinserträgen zu profitieren. Trotzdem spielt eine soziale Komponente mit.

Der Anleger erhält Informationen über eine konkrete Person, der er sein Geld leiht. Es fließt eben nicht in Kanäle, von denen niemand mehr begreifen kann, wohin sie eigentlich führen. Ich kann also wählen: Lege ich mein Geld bei Frau Mustermann an, die eine neue Waschmaschine braucht, oder vielleicht bei einem jungen Unternehmer, der für seine zündende Geschäftsidee noch etwas Kapital benötigt? Bei der Plattform smava erscheint dann auf den Kontoauszügen des Anlegers neben den Erträgen auch der Satz „Du hast einem Menschen geholfen.“

Wie funktioniert smava.de?

Die künftigen Kreditnehmer werden zunächst geprüft: Eine Grundvoraussetzung um zugelassen zu werden, ist eine SCHUFA-Bonität von A bis H. Zudem wird das angegebene Einkommen überprüft und auch die monatlichen Ausgaben werden in Betracht gezogen. Daraus wird die sogenannte Kapitaldienstfähigkeit errechnet. Nun kann der Kreditantragsteller sich selbst, die Höhe des erwünschten Kredits und den Grund dafür vorstellen.

Der Geldanleger wählt wiederum ein Projekt, in das er investieren möchte. Dabei gilt: Je höher der Zinssatz, desto höher ist auch das angenommene Risiko. Man gibt den Betrag an, den man investieren möchte; verteilt sein Geld dabei aber immer an verschiedene Projekte. So halten die Anleger die Wahrscheinlichkeit eines großen finanziellen Verlusts so gering wie möglich. Bei smava laufen Kredite generell entweder 36 Monate oder 60 Monate.

Wenn ein Kreditgeschäft zustande kommt, zahlt der Kreditnehmer einmalig 2 – 2,5% des Kreditbetrags an smava. Für die Anleger wird eine Gebühr von fixen 4 Euro pro Kredit in Rechnung gestellt. So braucht sich die Internetplattform nicht durch Werbung zu finanzieren. Dass es sich zumindest bei diesem Anbieter um eine seriöse Möglichkeit Geld anzulegen und Geld zu leihen handelt, bestätigt sogar die Stiftung Warentest.

Bild: morgenroethe / photocase.com

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