Neue Top 100 der Franchise-Systeme gewählt

Das Magazin impulse hat in seiner aktuellen September-Ausgabe ein Franchise-Ranking veröffentlicht. Wie in den Jahren zuvor werden darin die von einer Experten-Jury gewählten Top 100 der in Deutschland aktiven Franchise-Systeme vorgestellt. Daneben wurden einzelne Branchen Top 10 für Gastronomie, Handwerk, Dienstleistung und Handel erstellt.

Auswahlkriterien verdeutlicht

In der Vergangenheit wurde das Zustandekommen des impulse-Ratings immer wieder in Frage gestellt, denn zur Vorgehensweise machte die Redaktion nur sehr vage Angaben. Der Blog Franchise-Blog.de hatte dies nach Veröffentlichung des Rankings im letzen Jahr in einem kritischen Bericht aufgegriffen. In der diesjährigen Ausgabe widmete die Redaktion dem Thema Methodik immerhin einen ganze Seite auf der sie zum Beispiel auch die Mitglieder der Jury benannten. Die Jury bestand neben der Redaktion, die eine Stimme zur Verfügung hatte, aus

  • Jörg Eckhold, Berater
  • Marco Hero, Kanzlei Tigges Rechtsanwälte
  • Stephan Jansen, Verband Deutscher Bürgschaftsbanken
  • Prof. Dr. Roland Mattmüller, European Business School
  • Felix Peckert, Berater
  • Holger Schwabe, KfW Bankengruppe
  • Dr. Dagmar Waldzus, Kanzlei Buse Heberer Fromm
  • Reinhard Wingral, Berater.

Die Jury bewertete 13 Kriterien, die sich in die fünf übergeordneten Punkte Nachhaltigkeit, Dynamik, Verdienst, Markt und Attraktivität aufteilten. Für jedes Kriterium konnten maximal zehn Punkte vergeben werden.

Die Top-Platzierten Franchise-Systeme

Im Gesamt-Ranking kamen die folgenden Franchise-Systeme auf die ersten zehn Plätze:

  1. BackWerk
  2. McDonald’s
  3. Town & Country Haus
  4. Vom Fass
  5. Fressnapf
  6. Apollo-Optik
  7. Mrs.Sporty
  8. Burger King
  9. RE/MAX Immobilien
  10. Das Futterhaus

Wie sinnvoll und vor allem wie zuverlässig solche Rankings sind, ist weiterhin umstritten. Auch bei einem sehr gut bewerteten Franchise-System sollte man sich niemals alleine darauf verlassen. Und zu guter Letzt zählen für eine gesunde, sich gegenseitig befruchtende Franchise-Partnerschaft auch persönliche Faktoren. Außer Acht lässt das Ranking zudem kleine bzw. junge Franchise-Systeme, die ihren ersten Partnern (noch) nicht den gleichen Service bieten können wie etablierte Franchise-Systeme. Hier ist das Risiko für Gründer größer, aber meist gibt es auch mehr Mitgestaltungsmöglichkeiten.

Bild: © Boroda | Dreamstime.com

19 Kommentare zu “Neue Top 100 der Franchise-Systeme gewählt”

  1. Ehemaliger Franchisenehmer sagt:

    Die Bewertung von Impulse ist meiner Meinung nach höchst zweifelhaft, da sie meiner Kenntnis nach ausschließlich auf der Grundlage einer Eigenauskunft der Franchisegeber beruht. Die gemachten Angaben werden ungeprüft übernommen und die Zufriedenheit der Franchisenehmer bzw. der Input von ehemaligen Franchisnehmern wird nicht berücksichtigt.

    • Sehr geehrter “Ehemaliger Franchisenehmer”,
      erlauben Sie mir, dass ich Sie korrigiere: Unsere Bewertung beruht keineswegs nur auf der Eigenauskunft der Franchisegeber. Hinter dem jährlichen Franchise-Ranking steht ein komplexes Bewertungssystem: Insgesamt gibt es 13 Kriterien, 7 davon werden aus den Kennzahlen der Unternehmen abgeleitet, 6 von einem neunköpfigen Expertengremium ermittelt, das unabhängig voneinander Punkte für jedes System vergibt. Angaben der Unternehmen werden von der Redaktion zudem auf Plausibilität geprüft und gegebenenfalls nachrecherchiert. Versucht ein System beispielsweise, mit der Angabe überzogener Wachstumspläne im Ranking zu punkten, gibt es Abzüge. Ausführlich stellen wir die Methodik im aktuellen Heft dar, einige Infos finden Sie auch unter http://www.impulse.de/unternehmen/:Franchise-Systeme–impulse-Ranking-der-100-besten-Franchise-Systeme-2011/1023848.html?eid=1000544#bewertung.
      Mit freundlichem Gruß,
      Nikolaus Förster (Chefredakteur impulse)

      • Ehemaliger Franchisenehmer sagt:

        Sehr geehrter Herr Förster,

        zunächst vielen Dank, dass Sie sich meiner Kritik stellen. Ich möchte Sie bitten, zu folgenden Punkten konkret Stellung zu nehmen:
        1.) Sie schreiben “erlauben Sie mir, dass ich Sie korrigiere: Unsere Bewertung beruht keineswegs nur auf der Eigenauskunft der Franchisegeber”. Auf Ihrer Webseite schreiben Sie jedoch: „Das ‘impulse’-Ranking basiert auf einer Analyse der Kennzahlen der Franchise-Geber und der deutschen Ableger international tätiger Franchise-Systeme…“. Falls Sie weitere DATEN einbezogen haben, würden Sie sie bitte offenlegen? Mir ist beispielsweise nicht bekannt, dass die Erfahrung derzeitiger oder ehemalige Franchisenehmer abgefragt wurde.
        2.) Sie schreiben „Angaben der Unternehmen werden von der Redaktion zudem auf Plausibilität geprüft und gegebenenfalls nachrecherchiert.“ Wie ist für die Redaktion erkennbar, welche Zahlen plausibel sind und welche nicht? Ich behaupte, dass es z. B. für einen Außenstehenden nicht einmal erkennbar wäre, wenn ein Franchisesystem einen großen Teil seiner Franchisenehmer innerhalb eines Jahres „austauschen“ würde. Ich schlage vor, die vom Franchisesystem berichteten Daten zu veröffentlichen, damit Sie zumindest von der Allgemeinheit verifiziert werden können, bevor sie vom Expertengremium bewertet werden.
        3.) Ich habe mir den zugrunde liegenden Fragebogen heruntergeladen und folgende Kritik anzubringen:
        • Die Anzahl der Franchise-Nehmer pro Jahr macht die Ab-/ vs. Zugänge nicht transparent und ist völlig uneindeutig. Bspw. auf welches Datum bezieht sich die Jahreszahl (Anfang oder Ende des Jahres)? Das macht bei manchen Systemen einen großen Unterschied. Was heißt Franchisenehmer? Sind das Standorte, Master-Franchisenehmer, weitere Untergruppierungen, Individuen?
        • Wie sich die Mindestinvestitionen zusammensetzen ist Auslegungssache. Ein Franchisesystem ist natürlich daran interessiert die Investitionen möglichst niedrig darzustellen.
        • Den durchschnittlichen Jahresumsatz abzufragen ist m. M. völlig irrelevant. Der Gewinn ist eine passendere Kennzahl.
        • Gesamtumsatz (Franchise-System Deutschland) sollte auf jeden Fall die laufenden Umsätze versus der Einstiegsgebühren abfragen.
        • (Wachstums-) Ziele abzufragen ist schön und gut. In Wirklichkeit ist dies das Abfragen des Wunschdenkens. Mein ehemaliger Franchisenehmer hat beispielsweise über Jahre hinweg das Ziel kommuniziert ein globales System mit mehreren hundert Franchisenehmern zu schaffen. In Wirklichkeit ist das System niemals über ein paar Dutzend Franchisenehmern herausgewachsen.

        Franchise-Interessenten orientieren sich an Rankings, wie Ihrem. Meine ehemaligen Kollegen und ich waren schlichtweg schockiert, als wir gesehen haben, dass sich unser ehemaliges System wieder verbessert hat, weswegen ich die Validität in Frage stelle.

        Mit freundlichen Grüßen

        Ehemaliger Franchisenehmer

      • Weiterer ehemaliger Franchisenehmer sagt:

        Sehr geehrter Herr Förster,

        ich verstehe sehr gut, dass Sie Ihr regelmäßiges Ranking verteidigen. Offenbar eine gute Einnahmequelle.
        An keiner Stelle ihrer wohlformulierten Antwort erwähnen Sie jedoch, dass Sie oder Ihr 6-köpfiges Expertenteam irgendjemand anderen befragen als den Franchisegeber selbst.
        Welches Ihrer 13 Kriterien überprüft denn, ob Franchisenehmer mit diesem System erfolgreich werden können?
        Wichtig fänd ich z.B. eine Quote von verkauften Franchise-Verträgen zu verbliebenen FN nach z.B. 3 oder 5 Jahren zu erstellen. Oder durchschnittliche Dauer bis Erreichen eines bestimmten Gewinns p.a. (z.B. 40.000 EUR). Welche Franchise-Systeme werden von ehemaligen FN juristisch verfolgt? Bei solchen Kriterien würden einige Franchisesysteme-Systeme im hohen Bogen aus ihrem Ranking fliegen, die derzeit (nicht gemäß Ihrer Plausibilitätsprüfung, sondern nach Fakten) unerklärlich gute Plätze belegen.
        Aus eigener bitterer Erfahrung empfehle ich jedem Franchseinteressenten eigene Nachforschungen anzustellen und sich nicht durch ein offenbar franchisegeber-freundliches Ranking blenden zu lassen, in dem Schwarze Schaafe vermeintlich vielversprechende Plätze belegen. Wer sich auf dieses Ranking verlässt, kann, so wie ich und viele andere Ehemalige FN, die ich kenne, viel Geld verlieren.

      • Ludwig Bussmann sagt:

        Sehr geehrter Herr Förster,
        Zum Impulse Ranking ist bereits kontrovers diskutiert worden, auch von mir, beispielsweise hier im Franchisetreff aber auch anderswo:
        http://www.franchise-treff.de/2011/08/offener-brief-franchise-branche-beginnt-sich-zu-wehren/

        Ich habe dort bereits angemerkt, dass die von Ihnen beschrieben Prüfung so nicht stattgefunden haben kann. Am Beispiel BEI-Training (Platz 72), eine Markenname der BEI-Group GmbH aus Nürnberg, zeigt sich nach kurzer Recherche des firmeneigenen Internet Auftritts, dass Angaben offensichtlich unrichtig sind. 50 Standorte gibt es dort nicht und allein die Zahl „50“ erfüllt nicht die angebliche Vorgabe der Plausibilität. Das ist ja wohl ein circa Angabe und kaum im Sinne einer seriösen Recherche.
        Das Ziel von 120 Standorten in zwei Jahren bedarf eigentlich gar keines Kommentars. Ganz sicher hat sich niemand die Mühe gemacht, die Angaben der Vorjahre zu vergleichen!
        Ich habe dem System als Master-Franchisenehmer angehört. Ich habe in dieser Zeit keinen einzigen Franchisenehmer kennen gelernt, der meiner Kenntnis nach im Sinne der Vorgaben erfolgreich gewesen wäre. Meinen persönlicher Maßstab für Erfolg (egal welcher Art) habe ich nicht einmal ansatzweise erfüllt gesehen. Mit ist nur von einem einzigen Franchisenehmer bekannt, dass er seinen Vertrag über die Laufzeit gebracht hat.
        Es mag ja sein, dass Sie sich die großen Namen angesehen haben. Der Nutzwert für Ihre Leser ist allerdings eher gering. Die Zahl der Franchiseinteressenten, für die ein McDonalds in Frage kommt, liegt sicher schon aus finanziellen Gründen im Promille Bereich. Auch die Zahl der verfügbaren Standorte ist bei einem seriösen System begrenzt. Da wandert der Interessent auf der Suche nach dem passenden Partner schnell die Liste runter.
        BEITraining ist in Ihrem Ranking um neun Plätze gestiegen …
        Das Unternehmen nutzt in der aktuellen Pressemitteilung die bessere Platzierung im eigenen Sinne. Man sie jetzt „der bestplatzierte Anbieter von beruflicher Weiterbildung“.
        Für die Mehrzahl der Franchisenehmer, die bei diesem Abenteuer Ihr Vermögen verloren haben, ist dies eine zynische Aussage!
        Wenn Sie in diesem Fall ganz offensichtlich gar nicht geprüft worden ist, warum sollte es in andere Fällen besser sein? In logischer Schlussfolgerung muss ich einem System, dass an einem solchen Ranking überhaupt teilnimmt, einen Malus geben.
        Mit freundlichen Grüßen
        Ludwig Bussmann

  2. Willi sagt:

    Sehr geehrter Herr Förster,
    Ihr Magazin wirbt damit, dass Franchise mit ca. 8% Abbrecherquote eine …relativ… sichere Sache ist? Einmal ganz konkret gefragt: Würden Sie ein System, dass eine vorzeitige Abbrecherquote von über 50% hat, als haltbar für die Top 100 ansehen?

    Woher können Sie oder Ihr Expertenteam überhaupt wissen, wie viele Franchisenehmer gekommen und wieder gegangen sind, wenn Sie nur Momentaufnahmen derzeitiger Franchisenehmer vom Franchisegeber abfragen, nicht aber wissen, mit wie vielen Opfern am Wegesrand dies bezahlt wird.
    Wie bewerten Sie z.B. die Begründungen für vorzeitige Geschäftsaufgaben objektiv und glaubwürdig, wenn Sie ausschließlich mit Franchisegebern in Verbindung stehen?

    Ich schließe mich den Worten von “ehemaliger Franchisenehmer” an. Eine Beurteilung kann immer nur so gut, wie seine Hintergrundinformationen es zulassen, egal wie viele Kriterien abgefragt werden und welche schlauen Köpfe sich damit beschäftigen. Es geht um die Rahmenbedingungen – und hier liegt meines Erachtens “der Hase im Pfeffer”.

    Man führt in den Medien häufig an, dass es hauptsächlich in der Verantwortung des Franchise-Interessenten liegt, sich umfassend über ein Franchisesystem umfassen (…) zu informieren, bevor man einen Vertrag abschließt. Das gibt den Franchisesystemen ja fast den Freibrief, Fakten in ihrem Sinne “…durch den Raum zu krümmen”.
    Bitte bedenken Sie, dass Systeme mit IHREN Beurteilung, Presseartikeln und Rankings werben wie mit einem Qualitätssiegel.
    Das Trügerische ist, das Franchiseinteressenten glauben, dass die Recherche z.B. im Internet zu einer objektiven Informationsbeschaffung gehört. Sie können doch gar nicht wissen, welche Informationsquelle objektiv ist und welche nur das Lied des Brötchengebers singt.
    Wie Sie sicher wissen, sind sogar ehemalige Franchisenehmer häufig nicht in der Lage, ehrliche Auskunft zu geben, weil der gerade in dieser Sache (einschlägig….) erfahrene Franchisegeber durch Stillschweigeabkommen bei Vertragsauflösung diesem einen Riegel vorschieben.

    Die Quintessenz daraus für mich kann nur sein, dass derzeit ausschließlich das Qualitätssiegel des DFV, das einizge verlässliche Kriterium sein kann, das mit der Neutralität einer Stiftung Warentest vergleichbar, eine Aussage über die Qualität eines Systems machen könnte.

  3. Ehemaliger Franchisenehmer sagt:

    Sehr geehrter Herr Förster,

    Sie haben mit Ihrem Beitrag „Methodik des großen Franchise-Rankings“ http://www.impulse.de/unternehmen/:Franchisesysteme-im-Vergleich–Methodik-des-grossen-Franchise-Rankings/1024299.html auf die Kritik an der Glaubwürdigkeit Ihrer Vorgehensweise reagiert. Meine grundsätzlichen Kritikpunkte wurden jedoch nicht entkräftet.

    Auf Grund der weiteren Diskussionsbeiträge in diesem Forum möchte ich nochmals meinen Vorschlag aufgreifen, die eingereichten Daten der Franchisegeber zu veröffentlichen und völlige Transparenz bei der Datenerhebung (nicht bei der Beurteilung!) zu schaffen.

    Diese Transparenz würde m. M. nach einen großen Beitrag zur Glaubwürdigkeit Ihres Rankings leisten. Gibt es denn Gründe, warum ein Franchisesystem etwas dagegen haben sollte? Nicht, wenn es korrekte Angaben gemacht hat. Ohne diese Transparenz wird immer ein Zweifel über der Validität Ihres Rankings liegen.

    Sollten Sie meinem Vorschlag nicht folgen, frage ich mich – und sicherlich auch viele Ihrer Leser – was es zu verheimlichen gibt. Immerhin haben Sie keine Unternehmensgeheimnisse abgefragt.

    Ich denke, diese Transparenz wären Sie den impulse-Lesern und potenziellen Franchise-Interessenten schuldig.

    Über eine positive Antwort würde ich mich freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ehemaliger Franchisenehmer

    • Sehr geehrter „Ehemaliger Franchisenehmer“

      gerne möchte ich Ihre Fragen vom 14. September, 17:25, beantworten. Sie hatten ja am 22. September noch einmal nachgehakt:
      Zu Punkt 1 und 2: Die Bewertung beruht tatsächlich, wie bereits geschildert, zum einen auf Daten der Franchisegeber und zum anderen auf der Bewertung der Experten. Die Angaben der einzelnen Unternehmen wurden von der Redaktion entsprechend geprüft. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir alle Daten streng vertraulich behandeln und nicht veröffentlichen. Die Vertraulichkeit der Daten ist eine Voraussetzung für dieses Ranking und wurde im Vorfeld den Franchise-Systemen zugesichert, da in unserem Fragebogen u. a. Kennzahlen abgefragt wurden, die viele Franchise-Systeme uns nur für diesen Zweck zur Verfügung gestellt haben und nicht veröffentlichen möchten.
      Zu Punkt 3, also zu Details des Fragebogens: Die Jahreszahl bezieht sich auf das Ende des jeweiligen Kalenderjahres, wie es im Fragebogen auch bei den Jahren 2010 und 2013 angegeben ist. Mit der Frage nach der Anzahl der Franchisenehmer ist die tatsächliche Anzahl der Franchisenehmer gemeint. Da Franchisenehmer ja häufig mehrere Standorte haben, wird die Anzahl der Standorte eines Franchise-Systems extra abgefragt. Auch die Ab- und Zugänge der Franchisenehmer werden in unserem Fragebogen extra abgefragt. Zur Mindestinvestition: Natürlich haben Sie Recht, dass ein System daran interessiert sein könnte, Investitionen möglichst niedrig darzustellen. Wer bewusst falsche Angaben macht, riskiert allerdings aufzufliegen – und als unseriöses System dazustehen. Was Umsatz und Gewinn angeht, gebe ich Ihnen ebenfalls Recht, dass der Gewinn die wichtigere Kennzahl ist. In der Methodik dient der durchschnittliche Jahresumsatz allerdings nur als Orientierungshilfe, um den Umsatz der Franchisezentrale zu berechnen. Die Einstiegsgebühren werden im Fragebogen extra abgefragt. Und noch ein Wort zum Wachstum: Das Abfragen der Wachstumsziele spielt für das Ranking insofern eine Rolle, als dass wir wissen wollen, wie groß die Chance für künftige Franchisenehmer ist, neu in das System einzusteigen. Die Wachstumsangaben werden entsprechend geprüft. So erhalten Systeme, die überzogene Zukunftspläne angeben, einen Punktabzug. Dabei wird auch miteinbezogen, wie sich das System in den vergangenen Jahren entwickelt hat, also ob beispielsweise die Anzahl der Franchisenehmer stagniert oder gar rückläufig war.

      Mit freundlichen Grüßen,
      Nikolaus Förster

      • Sehr geehrter „Weiterer ehemaliger Franchisenehmer“,

        auch auf Ihre Anmerkungen vom 14. September, 22:23, gehe ich gerne ein. Das Expertengremium – insgesamt übrigens 9 Köpfe, nicht 6, wie Sie schreiben – befragt für die Bewertung der Systeme tatsächlich keine Franchisenehmer. Das heißt allerdings nicht, dass deren Perspektive ausgeblendet wird. Die Experten haben unter anderem die Aufgabe, mit ihrer Branchenkenntnis die Attraktivität der Systeme, also die Erfolgschancen für Franchisenehmer, zu bewerten. Und dabei können solche Aspekte, die Sie erwähnen, natürlich eine Rolle spielen. Einige Systeme versuchen ja auch, mit (mehr oder weniger überzeugenden) Zufriedenheitsanalysen ihrer Partner in der Öffentlichkeit zu punkten. Auch das – oder ein Fehlen solcher Nachweise – kann in die Bewertung der einzelnen Experten einfließen. Eine Quote von verbliebenen Franchisenehmern zu verkauften Franchiseverträgen, wie Sie sie vorschlagen, ist sicherlich interessant. Allerdings lässt sich natürlich auch solch ein Kriterium angreifen. Was ist zum Beispiel, wenn Franchisenehmer aus persönlichen Gründen aussteigen? Auch Ihre weiteren Vorschläge sind interessant, aber leider kaum umsetzbar – oder zu schwammig. Sie wissen selbst, wie zurückhaltend die meisten Unternehmer mit Zahlen umgehen. Umsatzzahlen geben viele ja noch – wenn auch ungern – preis, das gilt aber keineswegs für Gewinne. Und Ihr Vorschlag, bei der Bewertung in Betracht zu ziehen, wer „juristisch verfolgt“ werde, mag zwar ein Puzzle-Teil in einem größeren Bild ausmachen. Und ich bin auch sicher, dass solche Aspekte, wenn sie den Experten zu Ohren kommen, in ihre Bewertungen mit einfließen. Nur: Wie wollen sie solch einen Sachverhalt objektivieren? Reicht Ihnen schon aus, wenn eine Anzeige erstattet wird? Das geschieht in Deutschland jeden Tag unzählige Mal – und oft steckt nichts dahinter. Oder gelten nur rechtskräftige Urteile? Uneingeschränkt Recht gebe ich Ihnen mit Ihrer Schlussfolgerung: Natürlich sollten sich Franchise-Interessierte, bevor sie sich an ein System binden, möglichst gut informieren. Das impulse-Ranking kann dabei eine erste und – wie ich finde – gute Orientierung bieten. Es ersetzt aber natürlich nicht eine intensive eigene Recherche.

        Mit freundlichen Grüßen
        Nikolaus Förster

      • Willi sagt:

        Sehr geehrter Herr Förster,

        vielen Dank für Ihre umfangreichen -mitternächtlichen- Antworten. Leider hatte Ihre Antwort zu meinen Kommentaren keinen “Antwort-Knopf”…aber es geht ja auch so.

        Zunächst: Ich habe keineswegs behauptet, dass Sie selbst nur mit Franchisegebern in Verbindung stehen, sondern habe mich ausdrücklich auf Ihr Expertenteam bezogen. Aber wenn dieses Team, wie Sie ja selbst schreiben, keinerlei Informationen von aktiven oder ehemaligen Franchisenehmern bekommen, frage ich mich, woher Ihre Experten ansonsten verlässliche Informationen beziehen?

        Ihr Fragebogen zum Ranking liegt mir mittlerweile vor. Zugegeben, in Ihrem Fragebogen 2011 wird eine Frage gestellt, wie viele Franchiselizenzen “seid 2008″ verkauft worden sind, und wie viele Franchisenehmer aus dem System ausgeschieden sind.
        Hier wird grundsätzlich leider kein Unterschied gemacht, wer vorzeitig aufgeben musste und wer seinen Vertrag einfach nur erfüllt -aber nicht verlängert hat- hat. Vielleicht sollten Sie hier Ihre Fragestellung überprüfen, denn Ihre mögliche Schlussfolgerung aus dieser Angabe kann ich so nicht einschätzen?

        Ich möchte daher meine Frage vom 15.9., die Sie ja bislang nicht beantwortet haben, auf dieser Basis daher gern präzisieren: Wenn in der von Ihnen vorgegebenen Zeit ein System ca. 62 neue Franchisenehmer gewonnen hätte, aber in dieser Zeit definitiv ca. 47 vorzeitige (!) Aufgaben hätte, wäre so ein System Ihrer Meinung nach tatsächlich noch Impulse-Top-100-tauglich?

      • Willi sagt:

        Hallo Herr Förster,
        auch meinen Dank an Sie für die vielen Worte. Ich bezweifle jedoch, dass Sie die Bauchschmerzen mit Ihrem Ranking-System, die hier von verschiedenen Seiten vorgebracht wurden, lindern konnten.

        … befragt für die Bewertung der Systeme tatsächlich keine Franchisenehmer.
        Das heißt allerdings nicht, dass deren Perspektive ausgeblendet wird.
        Die Tatsachen sprechen für sich. Kein Kontakt zu Franchisenehmern – keine Lobby auf dieser Seite – einseitige Beurteilungskriterien.

        … Was ist zum Beispiel, wenn Franchisenehmer aus persönlichen Gründen aussteigen?
        Mit dieser Grundhaltung sich zu weigern, Zahlen aussagekräftig auszuwerten, werden auch viele Arbeitslose diskriminiert, weil einige Arbeitsfaule unser Sozialsystem ausnutzen. Ich glaube, in der Politik nennt man das Meinungsmache. Genauigkeit in der Fragestellung ist hier gefragt, das ist Ihre Aufgabe. Aber ich verstehe natürlich, dass eine objektive und fordernde Fragestellung zu noch weniger Akzeptanz der Umfrage führen würde.

        … Die Wachstumsangaben werden entsprechend geprüft. So erhalten Systeme,
        die überzogenen Zukunftspläne angeben, einen Punktabzug.
        Die Treffsicherheit dieser Top 100-Prüfungen sind anhand von guten Beispielen im “Franchise-Blog” 2010 und 2011 ja hinreichend bekannt. Vielleicht sollte einfach mal zur Prüfung gehören, bei Franchise-Systemgebern nachzufragen, woher sie z.B. die Zuversicht nehmen, in den kommen zwei Jahren um 250% oder mehr zu wachsen, wenn sie nach 6 oder 8 Jahren dies nicht ansatzweise geschafft haben und/oder die Zahl der Franchisenehmer sogar derzeit schrumpft.

        … Da Franchisenehmer ja häufig mehrere Standorte haben, wird die Anzahl der
        Standorte eines Franchise-Systems extra abgefragt.
        Selbst im Internet kann man teilweise nachforschen, wenn ein System seine Zahl der Franchisenehmer und Standorte künstlich aufbläht. Wenn der Name des “CEO” 4-6 mal in verschiedenen Positionen erscheint, sind das keinesfalls verkaufte Lizenzen oder Standorte, sondern allenfalls kommissarische Verwaltungen, weil der eigentliche Inhaber gerade abhanden gekommen ist.

        Ich würde es gut finden, wenn Sie etwas konkreter in Ihrer Aussage werden könnten. Vielleicht einfach einmal mit der Beantwortung meiner Frage vom 5.10./12:37. Trauen Sie sich?

        Solange sehe ich keinesfalls ein Impulse-Ranking als gutes Hilfsmittel der Orientierung für Franchise-Interessenten, auch wenn versucht wird, ihm mit eindrucksvollen Namen in der Jury den Anstrich von unabhängigem Extertentum zu verleihen. Ich sehe derzeit sogar eher eine Gefahr darin, dass Interessenten Ihre Beurteilungen für unabhängig halten, weil sie eben nicht in der “Bild” erscheinen. Ich wünsche Ihnen und unseren Bauchschmerzen gute Besserung.

  4. Hallo liebe Kommentierer,

    vielen Dank, dass Sie Ihre Meinung mit uns teilen. Ich habe Herrn Förster letzte Woche auf Ihre Rückmeldung hingewiesen. Er antwortete mir, auf Ihre Rückmeldung noch eingehen zu wollen, sobald das neue Impulse-Heft verabschiedet sei.

    Derweil sei noch auf zwei interessante Artikel zu diesem Thema im Netz hingewiesen:
    Die 100 besten Franchise-Systeme: Warum das Impulse-Ranking nicht hält, was es verspricht http://www.franchise-blog.de/2011/09/die-100-besten-franchise-systeme-warum-das-impulse-ranking-nicht-halt-was-es-verspricht/
    und auch das darin verlinkte “Plädoyer zur Abschaffung von Franchise-Rankings” von dem bekannten Franchise-Rechtsanwalt Dr. Giesler.

    Viele Grüße

    Skessler

    • Willi sagt:

      Hallo Herr Kessler,

      ein interesanter Link, den Sie da angegeben haben.

      Ich frage mich, warum die Beteiligung am Impulse-Ranking so niedrig ist? Von 1000 Systemen in Deutschland nutzen nur 15% die Chance zur günstigen Werbung?

      Ich gehe nicht davon aus, dass die sich verweigernden Systemgeber befürchten, die Kriterien nicht zu erfüllen. Da muss es noch etwas anderes geben. Vielleicht, dass sie befürchten müssen, dass Angaben weitestgehend ungeprüft veröffentlicht werden, und Aussagen seriöser Systeme zwillingsgleich im selben Korb mit den Angaben liegen, bei deren Systemgeber das Prinzip “Frechheit siegt” die Entscheidung zum Mitmachen brachte?

      Vielleicht kann der Herr Förster auch hier ein wenig Licht ins Dunkel bringen, ich denke, es wäre in seinem Interesse.

      • Sehr geehrter „Willi“,

        ich weiß nicht, wie Sie auf die Idee kommen, dass wir nur mit Franchisegebern in Verbindung stünden. Wenn Sie unsere Texte lesen, werden Sie sehen, dass das nicht der Fall. Auch hatte ich schon in der Antwort auf einen anderen Beitrag in diesem Forum darauf hingewiesen, dass wir im Fragebogen die Ab- und Zugänge der Franchisenehmer extra abfragen. Aber auch das wird Sie – bei Ihrer grundsätzlichen Skepsis – wahrscheinlich nicht überzeugen. Was die Beteiligung angeht: Wir verschicken den Fragebogen jedes Jahr an knapp 1000 Systeme. Warum sich nur 150 beteiligt haben? Ich kann natürlich nur mutmaßen. Eine Chance, in die Liste aufgenommen zu werden, haben nur Systeme, die auch bereit sind, wirtschaftliche Kennzahlen offenzulegen. Das ist – übrigens nicht nur in der Franchisebranche – in Deutschland ein Problem. Mittelständische Unternehmen, die nicht börsennotiert sind, also keiner größeren Publizitätspflicht unterliegen, tun sich damit traditionell schwer.

        Mit freundlichem Gruß,
        Nikolaus Förster

    • Sehr geehrter Herr Bussmann,

      ich stelle keineswegs in Abrede, was Sie erlebt haben. Es gibt sicherlich viele Systeme, die – wenn man sie sich genauer anschaut – keineswegs so gut dastehen, wie sie es selbst darstellen. Die Unzufriedenheit ehemaliger Franchisenehmer mit einem System mag in vielen Fällen zutreffen, es gibt aber auch Fälle, in denen ein Aus nicht am System selbst liegt, sondern an der Unfähigkeit des Franchisenehmers. Selbst wenn man den Vorteil hat, innerhalb eines etablierten Geschäftsmodells zu agieren, ist dies keine Garantie für einen Erfolg. Nicht jeder ist in der Lage, ein Unternehmen zu führen. Für uns als Journalisten kommt es in solchen Fällen darauf an, ein möglichst ausgewogenes Bild der Realität zeichnen – und uns nicht auf eine Seite zu schlagen, wie es ja oft der Fall ist. Die Realität ist nun mal selten schwarz oder weiß, sie ist meistens grau. Dennoch: Was Sie schreiben, kann für uns zumindest Anlass sein, noch einmal nachzuhaken. Vielleicht ergibt das ja tatsächlich eine gute impulse-Geschichte – und bringt wieder ein Stück mehr Transparenz in die Branche.
      Was die Methodik des impulse-Rankings angeht, hatte ich schon in meinen Anmerkungen zu den anderen Beiträgen erwähnt, dass Systeme, die überzogene Angaben zum zukünftigen Wachstum gemacht haben, Punkte abgezogen bekamen – vor allem dann, wenn sie in den Vorjahren nur wenig oder gar nicht gewachsen waren.

      Mit freundlichen Grüßen
      Nikolaus Förster

      • Ludwig Bussmann sagt:

        Sehr geehrter Herr Förster,
        vielen Dank für Ihre Antwort! So ausführlich sie ist, auf mein Anliegen haben Sie leider nicht getroffen.
        Es geht hier um die Impulse Rangliste, insbesondere die Qualität und Wertigkeit derselben. Meine Erlebnisse haben nur insofern etwas damit zu tun, als ich einige Erfahrung in der Branche und in einem konkreten Fall gesammelt habe, mir hier ein Urteil bilden kann.
        Das der Erfolg im Franchise nicht garantiert ist und auch am Unternehmer=Franchisenehmer liegt ist eine schlicht triviale Aussage. Das steht schon in jeder Erstinformationsbroschüre der IHK. In der Rangliste der besten Systems sollte kein Name aufgeführt sein, für den solche Fälle mehr als eine absolute Ausnahme sind!
        Ein Franchisesystem ist seriös, wenn es so etwas nicht einfach im vorvertraglichen Bereich mitteilt sondern Interessenten ernsthaft auf Eignung prüft und im Zweifelsfall abweist. Es gibt tatsächlich System, die so handeln. Aber wie viele?
        Des Weiteren sollte ein System nachweisliche und überwiegend Erfolge vorweisen, und zwar auch auf Seiten der Franchisenehmer, nicht nur in der eigenen Bilanz.
        Ich habe Ihnen ein Beispiel genannt, bei dem dies nicht gegeben ist. In Ihrer Rangliste wird dieses System aufgeführt und klettert seit Jahren kontinuierlich nach oben. Bei anderen Namen, die ich nur indirekt kennen gelernt habe, scheint es mir zumindest ähnlich, um es vorsichtig auszudrücken.
        Daher muss ich meinen Vorwurf noch einmal wederholen: Ich denke nicht, dass so ausgiebig recherchiert worden ist, wie sie es beschreiben. Zumindest bei dem genannten Beispiel sind die Angaben des Franchisegebers gar nicht geprüft worden, dies schon mehrere Jahre in Folge.
        Mit solchen Angaben sollte ein Name in einer Rangliste schlichtweg nicht mehr auftauchen! Wenn sie bei ganze 150 „Bewerbern“ sollten sie Ihre Rangliste ohnehin kürzen, mehr als 30 können Sie aus der Menge kaum seriös rausfiltern Bei angeblich ca. 1000 Systemen in Deutschland geben 150 kein objektives Bild.
        Es gibt im Internet in verschiedenen Foren den Vorschlag, auf solche Rankings doch bitte ganz zu verzichten. Das wäre mal eine gute Lösung.
        Mit freundlichen Grüßen
        Ludwig Bussmann

  5. Hallo Herr Förster,

    vielen herzlichen Dank von meiner Seite aus, dass Sie sich die Zeit genommen haben und so ausführlich auf die einzelnen Kommentare eingegangen sind.

    Viele Grüße

    Steffen Kessler

  6. Ehemaliger Franchisenehmer sagt:

    Sehr geehrter Herr Förster,

    ich möchte an dieser Stelle nochmal den Kommentar von Ludwig Bussmann vom 15. September 2011 um 11:46 aufnehmen: “50 Standorte gibt es dort nicht und allein die Zahl „50“ erfüllt nicht die angebliche Vorgabe der Plausibilität.” Jetzt gibt uns der Franchise-System selber den Beweis: “… an 20 Standorten in ganz Europa vertrauen auf BEI Training als Trainingspartner.” Quelle: http://www.dev.bei-franchise.de/ Gibt es dazu noch mehr zu sagen? Oder haben sie in ein paar Wochen über die Hälfte der Franchisenehmer verloren?

    Mit freundlichen Grüßen

    Ehemaliger Franchisenehmer

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